Soldaten vom Informationstechnikbataillon 381 der Kurmark-Kaserne tragen bei einem Apell Sturmgewehre vom Typ G36 von Heckler und Koch. (Symbolbild) Bei einem Bundeswehrsoldaten sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums „umfangreiche Waffen- und Munitionsbestände“ gefunden worden. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp

Durchsuchungen bei Bundeswehrsoldaten fördern Waffendepot zutage

Berlin, Essen. Bei einem Bundeswehrsoldaten sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums „umfangreiche Waffen- und Munitionsbestände“ gefunden worden.

Der Verdächtige soll in Aldenhoven westlich von Köln Kriegswaffen gehortet haben. Das hat das Bundesverteidigungsministerium am Donnerstag in Berlin bestätigt. Der Mann sei im Einsatzführungskommando tätig gewesen. Seit Mittwoch sitzt der 32-Jährige in Untersuchungshaft.

Die sichergestellten Waffen und die beschlagnahmte Munition stammten nach erster Bewertung nicht aus Bundeswehrbeständen, so das Ministerium. Es seien allerdings auch „eingestufte“ Dokumente gefunden worden, die nun Gegenstand der Ermittlungen seien.

Bei einer Razzia in Aldenhoven im Kreis Düren hatten Ermittler ein Waffenlager mit Kriegswaffen entdeckt. Die Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft richten sich gegen einen 32-Jährigen - wegen Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Schusswaffen, Granaten, Handgranaten und Minen

In einem Neubauviertel waren die Ermittler auf Schusswaffen, Granaten, Handgranaten und Minen gestoßen. Weil auch unbekannte Chemikalien in dem Haus entdeckt wurden, zogen die Einsatzkräfte einen Experten des Bundesamtes für Strahlenschutz zur Bewertung der Funde hinzu.

In die Ermittlungen sind den Angaben zufolge das Zollfahndungsamt Essen und die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main involviert. Nähere Angaben zu dem Verdächtigen machte das Ministerium nicht.

Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ hatte zuvor vom Fund eines Waffenlagers im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen berichtet. Demnach war ein Offizier aufgefallen, weil er ein verdächtiges Paket in die USA schicken wollte.

Der Zoll hatte ein Paket mit Schalldämpfern abgefangen, das der 32-Jährige aufgegeben haben soll. Deswegen leiteten die Behörden ein Verfahren ein und erwirkten einen Durchsuchungsbeschluss. Ein politischer Hintergrund sei derzeit nicht erkennbar, hatte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitgeteilt.

RND/epd/dpa