Anzeige
Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen): Die ITB 2022 sei ein Hoffnungszeichen für die Branche und ein Hoffnungszeichen, sich in einer Welt zu begegnen und nicht in zwei Blöcken. Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/

Habeck: „Gibt kein besseres Gegenwicht zum Krieg als den Tourismus“

Berlin. Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck sieht im Tourismus eine Möglichkeit zur Völkerverständigung: „Es gibt eigentlich kein besseres Gegenwicht zum Krieg als den Tourismus“, sagte der Grünen-Politiker am ersten Tag der Internationalen Reisemesse ITB, die vom Krieg in der Ukraine überschattet wird.

Menschen sammelten auf Reisen in andere Länder neue Erfahrungen und schmiedeten im besten Fall neue Kontakte und Freundschaften. „So kann Völkerverständigung als gelebter Alltag entstehen“, sagte der Minister. Die ITB sei daher in diesem Jahr auch ein Hoffnungszeichen für die Branche und ein Hoffnungszeichen, sich in einer Welt zu begegnen und nicht in zwei Blöcken.

Appell für nachhaltigen Neustart

Zugleich wies Habeck am Dienstag bei der Online-ITB auf die Belastung des Klimas durch Reisen hin. Etwa 8 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen werden auf den Tourismus zurückgeführt. Hier müssten Lösungen gefunden werden.

„Wenn wir also jetzt einen Neustart der Tourismus-Branche nach den Jahren der Pandemie erleben, dann sollte es ein Neustart auch Richtung Klimaneutralität und Nachhaltigkeit werden“, sagte der Minister. „Wir sollten den Tourismus nicht mit der Zerstörung der Welt bezahlen.“ Es gehe darum, die Erde lebenswert zu erhalten und so für viele Menschen zu einem Erlebnisraum zu machen. Darauf sollten alle Menschen hinarbeiten – „und darauf soll die staatliche Unterstützung in Zukunft gerichtet sein“.

Er selbst habe noch keine Urlaubspläne, sagte Habeck. Sein persönlicher Sehnsuchtsort sei die Hallig Hooge in der Nordsee. „Wilder und freier kann man Natur nicht erleben“, warb der Minister auf der ITB.

ITB läuft noch bis Donnerstag

Die internationale Reisemesse ITB (8. bis 10. März) findet in diesem Jahr erneut als Online-Kongress statt. Der Zugang ist kostenlos. Mehr als 225 Rednerinnen und Redner treten in rund 100 Terminen auf. Die Hauptthemen dieses Jahres sind die Widerstandsfähigkeit der Touristik, die fortschreitende Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

RND/gei/dpa