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Eingezogene Reservisten in Machatschkala in der russischen Teilrepublik Dagestan. Quelle: IMAGO/ITAR-TASS

Videos sollen russische Soldaten zeigen, die sich von ihren Familien verabschieden

Nach der von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Mobilmachung von 300.000 Reservisten für die russischen Streitkräfte haben es die Behörden offenbar eilig, die Einberufungen durchzusetzen. Einige auf Demonstrationen festgenommene Männer sollen noch in Polizeigewahrsam Einberufungsbescheide erhalten haben.

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In sozialen Medien kursieren zudem erste Videos, die Einberufene zeigen sollen, die sich von ihren Familien verabschieden. Eine Korrespondentin des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ teilte Aufnahmen, die offenbar zeigen, wie Busse in der ostrussischen Stadt Nerjungri wehrfähige Männer mitnehmen. Zu sehen sind Frauen und Kinder, die sich von ihren Angehörigen verabschieden.

Dem „Spiegel“-Bericht zufolge zeigen weitere, nicht verifizierte Videos die russischen Behörden in den sibirischen Teilrepubliken Burjatien und Jakutien dabei, wie sie junge Männer zum Militärdienst einziehen.

In anderen Gegenden in Russland scheinen sich Einberufene offenbar gegen die Anordnungen zu wehren, wie ein Video zeigt, das in der nordkaukasischen Republik Dagestan entstanden sein soll. Demnach soll eine Behördenmitarbeiterin des Rekrutierungsbüros zu den anwesenden Männern sagen, sie müssten für die Zukunft kämpfen. Einer der Männer soll erwidert haben: „Wir haben nicht mal eine Gegenwart, von welcher Zukunft reden Sie?“ Ein weiterer soll gesagt haben: „Geht doch selbst hin, ich gehe nicht.“

Zahlreiche Russen wollen nach der Ankündigung der Teilmobilisierung offenbar das Land verlassen. Finnland etwa registrierte seit Mittwoch mehr Verkehr an der gemeinsamen Grenze. Das Land erwägt inzwischen, die Grenzübergänge für russische Staatsangehörige zu schließen. Ministerpräsidentin Sanna Marin sagte laut der Nachrichtenagentur Reuters, ihre Regierung würde die Lage nach der von Putin angeordneten Mobilmachung neu bewerten.

Lange Staus bildeten sich am Donnerstag nach Angaben des Nachrichtenkanals Nexta auch an der Grenze zur Südkaukasusrepublik Georgien.

RND/alx