Bundesbankpräsident Jens Weidmann will zurücktreten. (Archivbild) Quelle: Arne Dedert/dpa

Bundesbankpräsident Jens Weidmann tritt zum Jahresende zurück

Bundesbankpräsident Jens Weidmann will zum Jahresende zurücktreten. Das geht aus einer Pressemitteilung der Bundesbank hervor. Es heißt, Weidmann habe sich aus persönlichen Gründen zum Rücktritt entschlossen.

„Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass mehr als 10 Jahre ein gutes Zeitmaß sind, um ein neues Kapitel aufzuschlagen – für die Bundesbank, aber auch für mich persönlich“, so Weidmann in einem Brief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank. In seinen Dankesworten an die Belegschaft verweist Weidmann auf das gemeinsam Erreichte: „Das Umfeld, in dem wir operieren, hat sich massiv verändert und die Aufgaben der Bundesbank sind gewachsen. Die Finanzkrise, die Staats­schulden­krise und zuletzt die Pandemie haben in Politik und Geldpolitik zu Entscheidungen geführt, die lange nachwirken werden. Mir war es dabei immer wichtig, dass die klare, stabilitätsorientierte Stimme der Bundesbank deutlich hörbar bleibt.“

Der promovierte Volkswirt hatte sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch zu der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) geäußert. Seinen Kolleginnen und Kollegen im EZB-Rat dankte Weidmann für die offene und konstruktive Atmosphäre in den zuweilen schwierigen Diskussionen der vergangenen Jahre. Er unterstrich die „bedeutende, stabilisierende Rolle der Geldpolitik während der Pandemie sowie den erfolgreichen Abschluss der Strategiediskussion als wichtigen Meilenstein der europäischen Geldpolitik“.

Weidmann hatte als damals jüngster Bundesbankpräsident im Alter von 43 Jahren im Mai 2011 den Posten in Frankfurt von Axel Weber übernommen, der im Streit über die Antikrisenpolitik der Europäischen Zentralbank hingeworfen hatte.

Merkel bedauert Rückzug von Weidmann

Kanzlerin Angela Merkel hat die Entscheidung zum Rückzug von Bundesbank-Chef Jens Weidmann bedauert. Sie habe zugleich großen Respekt für seinen Beschluss, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Weidmann habe die Bundesbank „national wie international herausragend vertreten“.

Merkel danke ihm für seine Arbeit „in diesen währungspolitisch und finanzpolitisch sehr herausfordernden Jahren seiner Amtszeit“, sagte Seibert. „Es wird nun die Aufgabe einer neuen, einer kommenden Bundesregierung sein, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden.“

RND/ag/dpa