Corona-Einschränkungen haben die Messewirtschaft Milliarden gekostet. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Messeverband warnt vor neuen Corona-Einschränkungen: „Lage ist ernst“

Berlin. Vor der Veröffentlichung des mit Spannung erwarteten Gutachtens des Corona-Sachverständigenrates zur Bilanz der bisherigen Schutzmaßnahmen hat die deutsche Messewirtschaft eindringlich vor erneuten Einschränkungen im Winterhalbjahr gewarnt. „Die Politik muss sich in diesen Tagen entscheiden, ob sie Deutschland als Messeplatz Nummer eins in der Welt stärkt oder die 70 Messeplätze hierzulande im dritten Corona-Winter klein schrumpft“, sagte Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Messewirtschaft AUMA, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Angesichts der geopolitischen Lage darf die Politik in Deutschland nicht noch länger Corona-Sonderwege gehen und hausgemachte Probleme verursachen“, so Holtmeier weiter. „Die Lage für den Messeplatz Deutschland ist ernst.“

Komplexe und sich stetig ändernde Beschränkungen seien keine Geschäftsgrundlage für das Winterhalbjahr, würden aber enormen gesamtwirtschaftlichen Schaden anrichten, warnte der Messevertreter. Die Messerverbote der vergangenen zwei Jahre hätten einen wirtschaftlichen Schaden von mehr als 55 Milliarden Euro verursacht und die Branche eine Menge Personal gekostet, betonte Holtmeier.

„Kapazitätsbeschränkungen oder gar Messeverbote dürfen im Jahr drei der Pandemie nicht mehr zum Instrumentenkasten gehören, funktionierende Hygienekonzepte und motivierende Impfkampagnen hingegen schon“, forderte er. „Es darf nach zwei nahezu messefreien Jahren keine weitere Eiszeit für Messen geben.“

An diesem Freitag soll das Gutachten des Corona-Sachverständigenrates veröffentlich werden. Die Bundesregierung hatte angekündigt, danach so schnell wie möglich Konsequenzen für die Corona-Politik im kommenden Herbst ziehen zu wollen.

Von Andreas Niesmann/RND