Beim Blick auf den Gaszähler erschrecken aktuell viele Kundinnen und Kunden.

Die Gasumlage ist besser als ihr Ruf

Kaum verabschiedet, ist der Ruf der Gasumlage schon ramponiert: Auch der Staat profitiert dank Mehrwertsteuer von den – ohnehin happigen – Aufschlägen, kritisiert die Opposition. Sie hat damit recht. Es ist ärgerlich, dass eine Familie zusätzlich zu dreistelligen Preiserhöhungen beim Gas auch rund Hundert Euro an den Fiskus abdrücken soll.

Zynisch ist die Kritik trotzdem: Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer sind durch EU-Recht geregelt. Finanzminister Christian Lindner will nun Ausnahmen prüfen, aber es würde überraschen, wenn es morgen oder übermorgen handfeste Ergebnisse gäbe – zu kompliziert ist das Steuerrecht.

Auch sonst ist der Ruf der Gasumlage schlechter als verdient: Irgendwie müssen die exorbitanten Mehrkosten bei den Gasimporteuren gedeckt werden. Andernfalls droht ihnen ein langwieriges Insolvenzverfahren – und Stadtwerken dann ein Gasmangel und Endverbrauchenden eine kalte Heizung.

An weiteren Entlastungen führt kein Weg vorbei

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat das der Staat mit Milliardensummen verhindert, künftig steuern Privathaushalte und Unternehmen ihren Teil bei. Das ist sinnvoll, auch weil die Umlage die Gaspreise in Deutschland gleichmäßig erhöht. So hat die ganze Bundesrepublik einen Anreiz, weniger Gas zu verbrauchen.

Doch klar ist auch, dass Privathaushalte und Unternehmen nicht die ganze Last der steigenden Gaspreise schultern können, schließlich spielt der Gasmarkt angesichts der Knappheit völlig verrückt. Und längst steht fest, dass zusätzlich zur Umlage noch weitere Preissteigerungen kommen.

An zeitnahen und zielgenauen Entlastungen führt deshalb kein Weg vorbei. Die ärgerlichen Zusatzeinnahmen aus der Mehrwertsteuer könnten so übrigens ganz unkompliziert an die Verbrauchenden zurückfließen.

Von Christoph Höland/RND