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Mindestens ein Drittel der Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof haben keine Zukunft (Archivbild). Quelle: Harald Tittel/dpa

Welche Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof müssen schließen?

Essen. Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof will über 40 seiner verbliebenen 131 Kaufhäuser schließen. Das kündigte Unternehmenschef Miguel Müllenbach am Montag an. Das Filialnetz müsse „um mindestens ein Drittel reduziert werden“, um das Unternehmen noch retten zu können. Betriebsbedingte Kündigungen seien unvermeidbar. Der Handelsriese mit seinen 17.000 Mitarbeitern ist noch mit 131 Filialen in 97 deutschen Städten vertreten.

Konkrete Aussagen vom Unternehmen gibt es noch nicht. Welche Filialen schließen werden, ist bislang also nicht bekannt. Auch wann die ersten Schließungen erfolgen sollen, ist noch unklar. Auf eine entsprechende Nachfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) bei Galeria Karstadt Kaufhof hieß es am Mittwoch: „Über einzelne Standorte, die jetzt Gegenstand einer sehr sorgfältigen Einzelfallbetrachtung und Analyse sind, können wir zu diesem Zeitpunkt noch keine Aussagen treffen.“

Diese zwölf Filialen wurden 2020 noch vor dem Aus gerettet

Bereits im Jahr 2020 hatte die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof etliche Filialen geschlossen. Das betraf insgesamt 50 Häuser. Ursprünglich war zunächst die Schließung von 62 Filialen geplant. Zwölf Warenhäuser konnten aber noch gerettet werden. Ob diese nun zwei Jahre später doch geschlossen werden, ist noch unklar. Es handelt sich dabei um folgende Filialen:

Dortmund (Karstadt) Nürnberg Lorenzkirche (Karstadt) Goslar (Karstadt) Potsdam (Karstadt) Chemnitz (Kaufhof) Leverkusen (Kaufhof) Berlin-Lichtenberg (Ringcenter) (Kaufhof) Bielefeld (Karstadt) Hamburg (Alstertal-Einkaufzentrum) (Kaufhof) Leonberg (Karstadt) Nürnberg-Langwasser (Karstadt) Singen (Karstadt)

Karstadt Kaufhof: Welche Filialen mussten 2020 schließen?

Die Deutschlandkarte zeigt alle Standorte, in denen Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof im Jahr 2020 geschlossen wurden:

Karstadt Kaufhof: Liste betroffener Filialen

Die Schließungen bei Galeria Karstadt Kaufhof vor zwei Jahren betrafen Standorte in nahezu allen Bundesländern. Einzig Thüringen blieb von den Filialschließungen verschont. Diese 50 Filialen der Warenkette mussten schließen:

Berlin Charlottenburg (Karstadt) Berlin Gropius-Passage (Karstadt) Berlin Hohenschönhausen (Kaufhof) Berlin Müllerstraße (Karstadt) Berlin Tempelhof (Karstadt) Bonn (Karstadt) Braunschweig (Kaufhof) Bremen (Kaufhof) Bremerhaven (Karstadt) Brühl (Kaufhof) Dessau (Karstadt) Dortmund (Kaufhof) Düsseldorf Schadowstraße (Karstadt) Düsseldorf Wehrhahn (Kaufhof) Essen (Kaufhof) Essen (Karstadt) Flensburg (Karstadt) Frankfurt Hessen-Center (Kaufhof) Frankfurt Zeil (Karstadt) Fulda (Kaufhof) Göppingen (Kaufhof) Gummersbach (Karstadt) Gütersloh (Karstadt) Hamburg Bergedorf (Karstadt) Hamburg Mönckebergstraße (Kaufhof) Hamburg Wandsbek (Karstadt) Hamm (Kaufhof) Hannover Georgstraße (Karstadt) Ingolstadt (Kaufhof) Iserlohn (Karstadt) Köln Weiden (Kaufhof) Landau (Kaufhof) Mainz (Karstadt) Mannheim N7 (Kaufhof) Mönchengladbach Reydt (Karstadt) München Am Nordbad (Karstadt) München OEZ (Karstadt) München Stachus (Kaufhof) Neubrandenburg (Kaufhof) Neumünster (Karstadt) Neunkirchen (Kaufhof) Neuss (Kaufhof) Norderstedt (Karstadt) Osnabrück (Kaufhof) Stuttgart Bad Cannstatt (Kaufhof) Sulzbach MTZ (Karstadt) Trier Simeonstraße (Karstadt) Witten (Kaufhof) Worms (Kaufhof)

Außerdem machten die zwei Schnäppchencenter in Gießen und im Frankfurter Nordwestzentrum dicht, sowie die noch nicht eröffnete Filiale in Berlin Tegel.

Was Galeria Karstadt Kaufhof nun bevorsteht

Galeria Karstadt Kaufhof sucht nun zum zweiten Mal innerhalb von weniger als zwei Jahren Rettung in einem Schutzschirmverfahren. Vor dem Gang zum Insolvenzgericht hatte das Unternehmen noch mit der Bundesregierung über weitere Finanzhilfen – über die bereits erhaltenen 680 Millionen Euro hinaus – verhandelt. Doch sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass dies kein gangbarer Weg sei, sagte Unternehmenschef Müllenbach.

Bei der auf Sanierung ausgerichteten Insolvenzvariante übernimmt ein gerichtlich bestellter Sachverwalter die Aufsicht über die Rettung, während die Unternehmensführung die Kontrolle behält, aber von einem externen Sanierungsexperten beraten wird. Im Fall von Galeria soll nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ der Düsseldorfer Jurist Frank Kebekus die vorläufige Sachverwaltung übernehmen. Der Restrukturierer Arndt Geiwitz soll demnach die operative Sanierung leiten.

RND/nis mit dpa