Eyendorfs Gunnar Haisel (im Wurf) war gegen Fredenbeck oft nur durch Fouls zu stoppen.
Eyendorfs Gunnar Haisel (im Wurf) war gegen Fredenbeck oft nur durch Fouls zu stoppen. (Foto: jhk)

MTV Eyendorf kämpft sich zum Sieg

Es war ein Kraftakt, aber am Ende hat es für die Verbandsliga-Handballer des MTV Eyendorf gereicht: Mit 26:24 (13:10) behauptete sich der MTV gegen den VfL Fredenbeck II.

Eyendorf. 60 Minuten Einsatz und Kampf, um am Ende als Gewinner vom Parkett zu gehen: Die Verbandsliga-Männer des MTV Eyendorf gewannen am Sonnabend in eigener Halle gegen den VfL Fredenbeck II mit 26:24 (13:10), durchlebten ein Wechselbad der Gefühle und fuhren am Ende zwei ganz wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg ein.

Personell lagen harte Wochen hinter der Mannschaft von Trainer Mike Mühlenbruch. Trotzdem gestaltete der MTV die letzten Partien gegen Tabellenführer Oyten (30:31) und Neuenhaus (30:31) eng, ging am Ende aber als Verlierer vom Feld. Gegen die favorisierten Fredenbecker war die Bank mit gleich sieben Spielern prall gefüllt. Auch die fraglichen Sebastian Wartjes und Abilash Kanagasabai waren mit von der Partie.

Von Beginn an war klar, dass das Spiel nur über Kampf und Wille gewonnen werden kann. Beide Abwehrreihen gingen hart zur Sache und machten es der jeweiligen Offensive schwer, zu freien Würfen zu kommen. Linkshänder Gerrit Otte sorgte im Angriff für die ersten drei Eyendorfer Tore. Auf der anderen Seite kam Torhüter Nils Kindermann, der den aufgrund eines Arbeitsunfalls fehlenden Johann Frischkorn als Startkeeper vertrat, hervorragend in die Partie, entschärfte bereits früh einen Siebenmeter (9.).

Dann der Schockmoment: Sebastian Wartjes wollte einen abgefangenen Ball zum Tempogegenstoß nach vorne werfen und wurde dabei von Fredenbecks Tino Leichter festgehalten. Dieser fiel über Wartjes auf den Hallenboden und schlug mit dem Kopf auf. Die Folge: Platzwunde und minutenlange Behandlung. Unter Applaus verließ Leichter das Feld und später die Halle. Er wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Nach der langen Unterbrechung war es Gerrit Otte, der mit seinem vierten Treffer zur 5:4-Führung Gästetrainer Stefan Müller zu seiner ersten Auszeit zwang (14.). Das Spiel wurde weiterhin intensiv geführt. Der MTV konnte beim 10:7 durch Claudio Petermichl das erste Mal mit drei Toren in Führung gehen (24.) – auch weil Nils Kindermann weiter bravourös hielt. Als Fredenbeck kurz vor der Pause am Ausgleich schnupperte, hämmerte Rückraumspieler Fabian Witthöft den Ball zwei Mal in die Maschen zur 13:10-Pausenführung (30.).

Fredenbeck kam besser als die Eyendorfer aus der Kabine. Durch einen 4:0-Lauf drehten die Gäste die Partie zum 18:16 und zwangen MTV-Trainer Mühlenbruch zum Time-Out (43.). Sebastian Wartjes, der rund 20 Minuten Erholung bekam, zog nach der Auszeit wieder die Fäden im Eyendorfer Offensivspiel – und das fruchtete. Der MTV glich wieder aus und ging durch Gunnar Haisel beim 20:19 wieder in Front (48.). Doch in der Folge schlichen sich wieder Unkonzentriertheiten in das Eyendorfer Spiel ein, was die Fredenbecker nutzten und die Partie zum 23:21 drehten (54.).

Am Ende entschieden Kleinigkeiten diese Verbandsliga-Partie. Erst glich Eyendorf in Überzahl aus (56.), dann hielt Kindermann einen harten Wurf aus dem Rückraum (57.) und zum Schluss jagte Gunnar Haisel den Ball zwei Mal aus dem Rückraum knallhart ins Netz – der Rest war Jubel. „Wir hatten in den vergangenen Wochen viele enge Spiele, die wir verloren haben. Jetzt hatten wir das Glück mal auf unserer Seite“, freute sich Mühlenbruch und war glücklich über die breite des Kaders. „Wir hatten 14 Leute an Bord. Das war natürlich super. Es tut mir leid für einige Spieler, die nicht zum Einsatz gekommen sind. Dass diese Spieler vielleicht auch enttäuscht sind, ist verständlich.“

Von Jan-Hendrik Koch